18.1. HEILIGER JOHANNES BAPTIST PFARRKIRCHE IN ZAGREB

St. Johannes Baptist Pfarrei gehört zu den ältesten Pfarreien in Zagreb. Sie ist die einzige von den ältesten Pfarreien, die nicht nur das genaue Datum ihrer Gründung - den 6. Dezember 1347 - sondern auch die originelle Urkunde ihrer Gründung kennt und besitzt. Sie wird in der Originalsprache - Latein - und in der kroatischen Übersetzung hier veröffentlicht. Außerdem sie ist die einzige Pfarrei aus dieser Zeit, die alle Namen ihrer Pfarrer, von dem ersten Namens Blaž bis zu dem heutigen Namens Stjepan SIROVEC, der der fünfzigste ist, kennt.

Die alte Kirche und der Pfarrhof wurde von Archidiakon Ivan gebaut um das Jahr 1347, während die heutige Kirche in Jahren 1785-1790 von Pfarrer Mijo SINKOVIĆ gebaut wurde. Das zweihundert jährige Jubiläum der jetzigen Kirche und das fast 650-jährige Leben der Pfarrei sind die genügende Gründe und Motive für die Veröffentlichung dieses Buches. Die St. Johannes Baptist Kirche gehört zu den wertvollsten sakralen Barockbauten in Nordwest Kroatien, die in der internationalen Monographie unter dem Namen "Die sakralen Barock Kunstwerke in Europa" vorgestellt wird.

Das wertvollste Kunstwerk in der Kirche ist zweifelsohne das Hauptaltar, das zu den schönsten Barockaltären in Kroatien zählt. Dieser Altar und noch zwei Seitenaltäre - Hl. Hieronymus und Hl. Franz von Assisi stammen aus dem alten Dom, der im gros sen Erdbeben vom 9. November 1880, fast zerstört wurde. Das Altarbild ist das Werk von Marco Antonini, einem römischen Maler, der zu dieser Zeit nach Zagreb kommt und sich hier niederließ.

Das Taufbecken und die Predigtkanzel stammen aus der Zeit des Kirchenbaus, von uns unbekannten Autoren. Etwas älter dürfte das große Kruzifix sein, das sich über dem Taufbecken befindet. Sehr wahrscheinlich kaufte es Sinković in einer Wiener Klosterkirche. Die vier Beichtstühle, zwei Reihen der Sitzbänke und das grosse Biedermeier-Schrank in der Sakristei sind Werke derselben Zeit.

Die Seitenkapelle der Auferstehung Christi ist wunderschön bemalt. Die Freskobilder 'stellen die Hauptwahrheiten unseres Glaubens dar, von Gott dem Vater, Schöpfer des Menschen und des Alls, bis zur Himmelfahrt Christi und Mariens. Das Presbyterium ist in derselben Technik mit den Szenen aus dem Leben des Hl. Johannes des Täufers bemalt. Die Autoren dieser Bilder sind Anton Archer und Anton Lerhinger. Das Hauptschiff der Kirche wurde fast 100 Jahre später bemalt und diese Malerei ist viel ärmer und einfacher, als jene im Presbyterium und in der Seitenkapelle. Der Schöpfer dieser Bilder ist schon erwähnte Marco Antonini.

Die Orgel ist auch aus dieser Zeit - Ende des 19. Jahrhunderts. Sie ist das Werk. bekannter Zagreber Orgelbaufamilie namens Heferer und hat zwei Manuale und 12 Register. Als solche gehört sie zu den besten in Zagreb.

In der St. Johanneskirche befinden sich außerdem sehr wertvolle Metallgegenstände: ein gotischer Kelch aus dem beginnenden 16. Jh. und ein barocker aus dem 17. Jh., die beide, ebenso wie ein Rauchfass aus dem 17. Jh., Werke einheimischer Meister sein dürften. Die Inschrift auf einem Kelch mit dem Wiener Beschauzeichen vom Jahr 1682 bezeugt, dass dieses Stück einst der Kartause in Mauerbach bei Wien angehört hatte. Dieses Kloster ist zur Zeit Josephs des 11. aufgehoben worden und seine Messgeräte waren wohl auf einer Versteigerung, die damals im Wien er Versatzamt abgehalten wurden, verkauft. Es ist sehr wahrscheinlich, dass dieser Kelch auf diese Weise ähnlich wie das schon erwähnte große Kruzifix - für die St. Johannes Kirche erworben wurde. Außerdem besitzt die Kirche noch zwei Kelche, einen Augsburger aus dem frühen 18. Jahrhundert und einen, der ex voto 1745 der Kirche geschenkt war. Ein Rokokoreliquiar enthält Partikeln des Hl. Kreuzes, welche laut Authentica von 1778 aus der Schatzkammer Augustissimae Domus Austriacae in Wien stammen. Das Reliquiar wurde wohl um 1778 in Wien geschaffen. Eine Rokoko-Hängelampe dürfte einheimische Arbeit sein. Zwei kupferne Gefäße sind sehr wahrscheinlich Werke Zagreber Meister vom Ende des 18. Jahrhunderts. Außer diesen Metallgegenständen befinden sich in der St. Johannes Kirche noch einige wertvolle alte Metallarbeiten, wie z.B. sehr schöne Kerzenständer, große Reliquiare, ein großer und ein kleiner Venezianer Kristalluster und Ähnliches mehr.

Die Pfarrei des HI. Johannes des Täufers zählt etwa 10.000 Katholiken. Im Jahr gibt es circa 90 Taufen, 40-50 Trauungen und über 100 katholische Beerdigungen. Im Bereich der Pfarrei befinden sich 4 Kapellen: in zweien wird jeden Sonn- und Feiertag die HI. Messe gefeiert, in den anderen nur gelegentlich.

HEILEGER JOHANNES BETE FÜR UNS!

 

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